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Architekturüberblick IBM i
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Lernpfad · Artikel 3 von 5 IBM i Architektur verstehen — Vorheriger Artikel: ← Von System/38 bis Power Systems  ·  Nächster Schritt: Das Objektmodell →
Für wen ist dieser Artikel? Für alle, die verstehen wollen, wie die zentralen Komponenten von IBM i zusammenarbeiten — und warum die Plattform als integriertes System aufgebaut ist.

Architekturüberblick IBM i —
Systemkomponenten und ihr Zusammenspiel

IBM i Architektur Lesezeit: ca. 6 Minuten

IBM i ist nicht einfach ein Betriebssystem mit angebundenen Zusatzprodukten. Die Plattform ist als zusammenhängende Einheit aufgebaut — Betriebssystem, Datenbank, Sicherheitsmodell und Work Management greifen architektonisch ineinander.

Wer diesen Aufbau versteht, kann viele Besonderheiten von IBM i besser einordnen: warum Datenbank und Betriebssystem so eng verbunden sind, warum Sicherheit objektbezogen funktioniert und weshalb die Plattform über lange Zeiträume architektonisch konsistent geblieben ist.

Worum es in diesem Überblick geht

Der Artikel zeigt die wichtigsten Ebenen der Plattform, beschreibt die zentralen integrierten Komponenten und ordnet IBM i im Vergleich zu klassischen Server-Architekturen ein. Ziel ist kein vollständiges internes Detailmodell, sondern ein fachlich belastbarer Gesamtüberblick.

Ein vereinfachtes Schichtenmodell der Plattform

Für das Verständnis von IBM i ist es hilfreich, die Plattform in Ebenen zu denken. Das folgende Modell ist eine didaktische Vereinfachung. Es soll die zentrale Logik der Plattform verständlich machen — nicht jede technische Einzelheit der internen Implementierung abbilden.

Anwendungen
Anwendungen und Werkzeuge RPG-, CL-, Java- oder SQL-basierte Anwendungen arbeiten auf der für Entwickler und Administratoren sichtbaren Ebene der Plattform.
Abstraktion
Machine Interface (MI) bzw. TIMI-Konzept Zwischen Anwendungen und der darunterliegenden technischen Implementierung liegt eine definierte Abstraktionsebene. Sie ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass IBM interne Implementierung und Hardware weiterentwickeln konnte, ohne die sichtbare Plattformlogik grundlegend zu verändern.
Systemdienste
IBM i, Db2 for i, Sicherheitsmodell und Work Management Auf dieser Ebene greifen die zentralen Systemfunktionen ineinander: Ressourcenverwaltung, Datenhaltung, Objektzugriffe, Autorisierung und Job-Steuerung sind nicht getrennte Produkte, sondern Teil derselben Plattformarchitektur.
Interne Ausführung
Licensed Internal Code (LIC) und Hardware Diese Ebene umfasst die interne technische Umsetzung auf der Power-Hardware. Sie ist für normale Anwendungen nicht direkt sichtbar und gehört nicht zur alltäglichen Arbeitsebene von Entwicklern oder Administratoren.
Wichtige Einordnung: Die Trennung über MI bzw. TIMI ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass IBM Hardware und interne Implementierung über viele Generationen weiterentwickeln konnte, ohne die für Anwendungen sichtbare Plattformarchitektur grundsätzlich zu brechen. Für einen Überblick reicht diese Einordnung aus; die technischen Details werden in einem eigenen Artikel zu MI und TIMI vertieft.

Die zentralen integrierten Systemkomponenten

Auch andere Plattformen kennen Betriebssystem, Datenbank, Sicherheit und Prozesssteuerung. Der entscheidende Unterschied bei IBM i liegt nicht in der Existenz dieser Funktionen, sondern in ihrer Integration. Sie werden nicht als lose Schichten nebeneinander betrieben, sondern greifen auf gemeinsame Plattformprinzipien zurück.

Datenbank

Db2 for i

Db2 for i ist integraler Bestandteil der Plattform. Datenhaltung, Zugriffsschutz, Sicherung und Verwaltung stehen deshalb enger im Zusammenhang mit dem System als bei Umgebungen, in denen eine Datenbank als separates Produkt neben dem Betriebssystem betrieben wird.

Verarbeitung

Work Management

Die Verarbeitung auf IBM i erfolgt in Jobs, die in Subsystemen laufen, über Job Queues zugeordnet und durch Speicherpools beeinflusst werden. Work Management ist damit kein Zusatzthema, sondern Teil der Architektur der Plattform.

Betriebssystem

IBM i

Das Betriebssystem steuert Ressourcen, Objekte, Benutzerkontexte und Ausführungsumgebungen. Es ist nicht nur die technische Laufzeitbasis, sondern der organisatorische Rahmen, in dem auch Datenbank, Sicherheit und Job-Steuerung zusammengeführt werden.

Sicherheitsmodell

Integriertes Sicherheitsmodell

Zugriffe auf Ressourcen werden über Eigentümer, Autorisierungen und systemweit definierte Regeln gesteuert. Weil Programme, Dateien, Warteschlangen und viele weitere Elemente als Objekte behandelt werden, wirkt das Sicherheitsmodell plattformweit konsistent.

Kernprinzip

Auf IBM i greifen zentrale Systemfunktionen auf ein gemeinsames objektbasiertes Modell zurück — deshalb hängen Sicherheit, Datenhaltung und Verarbeitung enger zusammen als auf vielen anderen Plattformen.

Genau dieser Zusammenhang ist für Einsteiger wichtig: Wer IBM i nur als Betriebssystem betrachtet, versteht die Plattform zu kurz. Erst das Zusammenspiel von Objektmodell, Db2 for i, Sicherheitsmodell und Work Management erklärt, warum IBM i im Alltag anders funktioniert als Windows- oder Linux-Server.

IBM i im Vergleich zu klassischen Server-Architekturen

Für Umsteiger aus Windows- oder Linux-Umgebungen hilft ein konzeptioneller Vergleich. Dabei geht es nicht darum, welches Modell „besser" ist, sondern darum, die architektonischen Unterschiede sauber zu erkennen.

Aspekt Windows / Linux IBM i
Datenbank Datenbanken werden typischerweise als eigene Produkte oder Dienste betrieben, mit eigener Installation, eigener Administration und eigenem Wartungszyklus. Db2 for i ist in die Plattform integriert und architektonisch enger mit dem System verbunden.
Datei- und Objektwelt Im Vordergrund steht üblicherweise ein hierarchisches Dateisystem mit Verzeichnissen und Dateien. Im Kern arbeitet IBM i objektbasiert; zusätzlich existiert mit dem IFS auch ein hierarchisches Dateisystem.
Sicherheitsmodell Sicherheitsmechanismen sind häufig auf mehrere Ebenen verteilt — Betriebssystem, Datenbank und Anwendung. Das Sicherheitsmodell wirkt systemweit auf einer gemeinsamen Objektlogik.
Programmausführung Anwendungen werden für eine spezifische Hardware-Architektur kompiliert. Ein Wechsel der Hardware-Generation erfordert in der Regel eine Neukompilierung. Die sichtbare Plattformarchitektur ist von der internen technischen Umsetzung entkoppelt — Programme laufen auf neuen Hardware-Generationen weiter, ohne Neukompilierung.
Verarbeitungsmodell Prozesse und Threads stehen meist im Vordergrund der Betriebslogik. Jobs, Subsysteme, Job Queues und Speicherpools bilden eine stärker strukturierte Ausführungsumgebung.

Wo das Integrated File System (IFS) einzuordnen ist

Zum Architekturüberblick gehört auch das Integrated File System (IFS). Es ergänzt die traditionelle Objekt- und Bibliothekswelt um pfadbasierte Zugriffe und ist besonders für moderne Werkzeuge, Open-Source-Software und Integrationsszenarien relevant.

Innerhalb des IFS bildet QSYS.LIB die klassische Bibliothekswelt in Form einer Verzeichnisstruktur ab. Für Umsteiger ist genau das wichtig: IBM i kennt sowohl die traditionelle objektbasierte Organisation als auch pfadbasierte Zugriffe — aber beide stehen auf derselben Plattform und sind kein Widerspruch.

Praxisnutzen für Umsteiger: Wer aus Windows- oder Linux-Umgebungen kommt, versteht IBM i oft schneller, wenn das IFS als Brücke gesehen wird: Es bietet bekannte Pfadstrukturen, ohne die eigentliche Objektlogik der Plattform zu ersetzen.
Das Wichtigste aus diesem Artikel 3 Punkte die Sie mitnehmen sollten
IBM i ist als integrierte Plattform aufgebaut

Betriebssystem, Datenbank, Sicherheitsmodell und Work Management stehen nicht nebeneinander, sondern greifen architektonisch ineinander.

Die sichtbare Plattformlogik ist von der internen Umsetzung getrennt

Diese Trennung ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass IBM die Plattform über lange Zeiträume konsistent weiterentwickeln konnte.

Der nächste Schritt ist das Objektmodell

Artikel 4 erklärt, was ein Objekt auf IBM i ist, welche Objekttypen es gibt und warum dieses Konzept für Administration und Entwicklung zentral ist.

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Im Lernpfad weitermachen · Artikel 4 von 5

Das Objektmodell von IBM i — Objekttypen, Eigentümer und Zugriffsrechte

Der nächste Artikel erklärt das Objektmodell im Detail: welche Objekttypen es gibt, wie Eigentum und Berechtigungen funktionieren und warum dieses Konzept für IBM i grundlegend ist.

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