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IBM Bob – Praxiseinschätzung für IBM i Teams | rsb-Schulung
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IBM Bob – Praxiseinschätzung für IBM i Teams | rsb-Schulung
IBM i Aktuelles · Praxiswissen

IBM Bob – Praxiseinschätzung für IBM i Teams

IBM Bob ist IBMs neuer AI Coding Agent – angekündigt für Entwicklungs- und Modernisierungsaufgaben im Enterprise-Umfeld. Hier lesen Sie, was Bob für IBM-i-Teams konkret leisten kann und wo spezialisierte IBM-Werkzeuge die bessere Wahl bleiben – basierend auf offiziellen IBM-Quellen und unserer IBM-i-Praxiseinordnung.

IBM-Ankündigung: Oktober 2025 Stand: März 2026 rsb-Schulung UG

IBM Bob: offizielle Einordnung

IBM stellte Project Bob im Oktober 2025 auf der IBM TechXchange Conference offiziell vor. Seitdem positioniert IBM Bob als AI Coding Agent – als breiten Entwicklungs- und Modernisierungspartner für Aufgaben im Software-Lebenszyklus. Spätestens Anfang 2026 ist Bob auf offiziellen IBM-Produkt- und Trial-Seiten sichtbar positioniert; in der offiziellen Bob-Dokumentation ist zu diesem Zeitpunkt bereits Version 1.0.1 dokumentiert.

Bob ist damit kein klassisches Code-Vervollständigungswerkzeug. IBM beschreibt Bob breiter: als agentische Unterstützung für Entwicklung, Refactoring, Modernisierung, Dokumentation, Automatisierung und Zusammenarbeit mit weiteren Tools und Systemen.

Offizielle IBM-Ankündigung
Oktober 2025
IBM-Positionierung
AI Coding Agent / Development Partner
Von IBM hervorgehobene Schwerpunkte
Refactoring, Modernisierung, Doku, Analyse
Von IBM genannte Modernisierungsbezüge
Java, COBOL, RPG, Mainframe-Systeme

Was laut IBM belastbar belegt ist

Nach offizieller IBM-Produktkommunikation und Dokumentation umfasst Bob insbesondere folgende Bereiche:

  • Agentische Entwicklungsunterstützung über mehrere Aufgaben im Software-Lebenszyklus hinweg
  • Codeverständnis und Refactoring
  • Unterstützung bei Modernisierungsvorhaben
  • Dokumentations- und Analyseaufgaben
  • MCP-basierte Integration externer Tools, APIs und Datenquellen
  • Sicherheits- und Compliance-nahe Funktionen, etwa integrierte Prüfungen und sicherheitsbezogene Scans im Entwicklungsprozess
Wichtige Einordnung Für Modernisierungsszenarien nennt IBM ausdrücklich Bezüge zu Java, COBOL, RPG und Mainframe-Systemen. Aussagen darüber hinaus – etwa zu einem offiziell klar definierten Schwerpunkt auf CL oder DDS – behandeln wir bewusst vorsichtig, weil diese Punkte in den geprüften IBM-Primärquellen nicht gleich stark und direkt abgesichert sind. Die folgenden Tabellen spiegeln deshalb unsere fachliche Einordnung wider, keine IBM-offizielle Produktmatrix.

Unsere fachliche Einordnung für IBM-i-Teams

Fünf Fragen – fünf direkte Antworten

Unsere Einordnung auf Basis offizieller IBM-Informationen und IBM-i-Praxisperspektive

Frage Einschätzung
Soll ein IBM-i-Team KI aktiv einsetzen? Ja – aber der Einstiegspunkt entscheidet. Wer mit den richtigen Use Cases startet, hat schnell messbare Ergebnisse. Unser Vorschlag: zuerst Entwicklung, Wartung, Dokumentation und Testvorbereitung.
Ist Bob dafür ein guter Einstieg? Ja. Bob unterstützt RPG, SQL und viele typische Entwicklungsaufgaben bereits in einer Breite, die für einen produktiven Pilotbetrieb interessant ist – mit technischem Review als Pflicht.
Ist Bob die Komplettlösung für alle IBM-i-Rollen? Nein. Das ist keine Kritik – das ist die Realität des Produktportfolios. Für RPG-zentrierte Modernisierung positioniert IBM watsonx Code Assistant for i, für Db2-Administration den Db2 Database Assistant.
Wo liegt der Hauptnutzen? Überall dort, wo Zeit draufgeht für Dinge, die eigentlich niemand machen will: Code verstehen, Altbestand dokumentieren, Testfälle ableiten, Abhängigkeiten analysieren. Genau das ist Bobs Stärke.
Wo liegt das Hauptrisiko? Bob liefert Antworten, die klingen, als kämen sie von jemandem, der das Thema kennt. Manchmal stimmt das. Manchmal nicht. Deshalb bleibt Review Pflicht – das gilt für jeden KI-Assistenten, nicht nur für Bob.

Übersicht nach Aufgabengebiet

Eine ehrliche Einordnung aus IBM-i-Praxissicht: Was funktioniert, was funktioniert mit Einschränkungen – und wo sollte man Bob nicht als primäres Werkzeug positionieren.

Unsere fachliche Einordnung – keine IBM-offizielle Produktmatrix. CL und DDS: siehe Hinweis oben.

Aufgabengebiet Bob? Hauptnutzen Grenzen Empfehlung
RPG-Entwicklung und -Pflege Ja, klar Fremdcode schnell verstehen, Refactoring vorbereiten, Testfälle ableiten Fachlogik wird manchmal falsch interpretiert – nie ungeprüft übernehmen Als täglichen Assistenten einsetzen
CL-Entwicklung und -Pflege Häufig brauchbar Ablauf- und Steuerlogik erklären, Doku und Standardmuster ableiten Gefahr falscher Umgebungsannahmen oder unpassender Befehlsfolgen Prüfpflichtig – jede produktive Änderung gegenlesen
SQL im Anwendungscode Ja Embedded SQL erklären, dokumentieren, Auswirkungen einschätzen Plausibel ist nicht dasselbe wie performant oder betriebssicher Für Entwickler nutzen – kein DBA-Ersatz
DDS-Bestand verstehen Oft hilfreich Altbestand schneller erfassen und dokumentieren Implizite Altlogik und Seiteneffekte werden nicht immer erkannt Gut für Analyse und Wissenssicherung – mit Prüfung
DDS → SQL DDL / Modernisierung Bedingt Gute Vorarbeit: Analyse, Strukturierung, Migrationsplanung Hohes Risiko stiller Semantikänderungen – das ist der kritische Punkt Nur mit starker Fachprüfung und Tests
Tests / QA / Regression Ja Testfälle, Randfälle und Prüfpfade schneller ableiten Testabdeckung wirkt oft vollständiger als sie ist Als Beschleuniger einsetzen, nicht als Alleinlösung
Dokumentation / Wissenssicherung Ja, sehr Hoher Nutzen in gewachsenen Anwendungen – besonders beim Onboarding Erklärungen können überzeugend und trotzdem verkürzt sein Früh pilotieren – der schnellste Mehrwert
Change-Impact-Analyse Ja Schnellere Voranalyse vor Änderungen Seiteneffekte außerhalb des sichtbaren Kontexts können übersehen werden Gut geeignet – immer mit technischem Review
IBM i Modernisierung allgemein Ja Refactoring, Doku, Testvorbereitung, Codebasis-Verständnis Nicht so fokussiert wie spezialisierte Modernisierungswerkzeuge Als breiten Assistenten einsetzen
RPG-zentrierte Modernisierung Nur teilweise Analyse und Vorbereitung – da hilft Bob Für Fixed-to-free, ILE-Strukturierung: nicht die präziseste Lösung watsonx Code Assistant for i bevorzugen
Db2 for i DBA / Tuning / Troubleshooting Eher nein Allenfalls beim Verstehen von SQL im Anwendungscode Nicht für echte DBA-Arbeit konzipiert Db2 Database Assistant bevorzugen
Systemadministration IBM i Eher nein Allenfalls bei CL, Runbooks und technischer Doku Kein Werkzeug für PTFs, Security-Admin, Backup/Recovery, HA/DR Nicht mit Bob als Kernargument starten

Rollenbezogene Einordnung für ein IBM-i-Team

Nicht jede Rolle profitiert gleich. Diese Übersicht zeigt, wo Bob konkret helfen kann – und wo andere Lösungen den Vorrang haben sollten.

Unsere fachliche Einordnung aus IBM-i-Praxisperspektive

Rolle Primärwerkzeug Geeignete KI-Aufgaben Weniger sinnvoll Kontrollbedarf
IBM i Entwickler Bob RPG, CL, SQL, DDS verstehen; Doku, Tests, Refactoring, Voranalyse Tiefes Db2-Tuning und Systembetrieb Mittel bis hoch
Senior Developer / Maintainer Bob Fixed-to-free vorbereiten, Modularisierung, Bereinigung gewachsener Codebasen Produktivänderungen ohne Regressionstests Hoch
Tech Lead / Architekt Bob + watsonx Code Asst. for i Codebasis analysieren, Modernisierungspfade definieren, Standards festlegen Reine Betriebs- oder DBA-Themen Hoch
QA / Tester Bob Testfälle, Randfälle, Review-Fragen und Prüfpfade ableiten Freigabe ohne fachliche Validierung Mittel bis hoch
Application Manager Bob Wissenssicherung, Onboarding, Doku, Voranalysen Betriebsentscheidungen allein auf KI-Ausgaben stützen Mittel
Db2 for i Admin / DBA Db2 Database Assistant Troubleshooting, Metriken, betriebsnahe Datenbankfragen RPG-/CL-zentrierte Codearbeit als Hauptfall Sehr hoch
Systemadministrator IBM i Keines als Primärwerkzeug Allenfalls Runbooks, CL-Doku und Begleitdokumentation Benutzer, Rechte, PTFs, Backup/Recovery, HA/DR, Betriebssteuerung Sehr hoch bis maximal

Wo Bob den größten Nutzen bringt

Fünf Bereiche, in denen Bob schnell spürbaren Mehrwert liefert:

  • Legacy-Code verstehen – besonders in Anwendungen, wo viel implizites Wissen in RPG, CL, DDS und SQL steckt und die Leute, die das ursprünglich geschrieben haben, längst nicht mehr da sind.
  • Dokumentation und Wissenssicherung. Das klingt unspektakulär, ist aber in vielen Unternehmen das eigentliche Problem.
  • Refactoring- und Wartungsarbeit, weil Voranalysen und technische Einordnungen deutlich schneller vorliegen als ohne KI-Unterstützung.
  • Testvorbereitung – Ideen für Randszenarien, Prüfpfade und Regressionstests, die man selbst vielleicht übersehen hätte.
  • Modernisierungsvorbereitung: Strukturen, Abhängigkeiten und Risiken transparent machen, bevor irgendjemand anfängt zu ändern. Das ist oft der wertvollste erste Schritt.

Empfohlene Einführungsreihenfolge

Pragmatisch und mit realistischen Erwartungen:

  1. Bob-Pilot im Entwicklerteam mit klar abgegrenzten Use Cases starten: Codeverständnis, Dokumentation, Testvorbereitung, Refactoring-Vorschläge. Kein Big Bang – ein konkreter Anwendungsfall reicht für den Anfang.
  2. Ausbau auf Modernisierungsszenarien, wenn die ersten Erfahrungen im Team vorliegen. Bei starkem RPG-Modernisierungsfokus: gezielte Bewertung von watsonx Code Assistant for i parallel dazu.
  3. Separater DBA-Pilot nur dann, wenn Datenbankbetrieb, Performance und Troubleshooting ausdrücklich verbessert werden sollen – und dann mit Db2 Database Assistant, nicht mit Bob.
  4. Systemadministration bewusst aus dem Primärpilot herausnehmen. Nicht weil es nicht wichtig wäre – sondern weil falsche Erwartungen am Anfang den größten Schaden anrichten.
Fazit Bob kann IBM-i-Teams vor allem dort konkret helfen, wo Entwicklung, Pflege, Dokumentation, Testvorbereitung und Modernisierungsvorbereitung beschleunigt werden sollen.

Genau dort verlieren viele IBM-i-Teams im Alltag am meisten Zeit. Für klassische Systemadministration und echte Db2 for i DBA-Aufgaben braucht es spezialisierte Werkzeuge – und das sollte von Anfang an so eingeplant werden.

Für IBM-i-Teams lässt sich Bob deshalb am sinnvollsten als breit einsetzbarer AI Coding Agent für Entwicklungs- und Modernisierungsvorbereitung einordnen – aber nicht als Ersatz für spezialisierte Werkzeuge und nicht als Grundlage dafür, Ergebnisse ungeprüft zu übernehmen.
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Quellenhinweis: Sachliche Grundlage dieser Einordnung sind offizielle IBM-Ankündigungen, offizielle IBM-Produktseiten und die offizielle Bob-Dokumentation. Versionsangaben unterhalb von 1.0.1 sowie ein exaktes IBM-Freigabedatum haben wir bewusst nicht übernommen, weil sie in den geprüften IBM-Primärquellen nicht eindeutig belegt sind. Die Tabellen zur Aufgaben- und Rolleneinordnung – insbesondere zu CL und DDS – spiegeln unsere fachliche Einschätzung aus 38 Jahren IBM-i-Praxis wider, keine IBM-offizielle Produktmatrix. Alle Bewertungen bilden den Stand zum Zeitpunkt der Erstellung ab; IBM entwickelt dieses Produktfeld aktiv weiter.

Wer Bob im eigenen Team prüfen möchte: Der Einstieg erfolgt am besten über die offizielle IBM-Bob-Produktseite mit den dort verlinkten Produkt-, Trial- und Dokumentationsinformationen.